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Welche Impfung braucht Ihre Katze?

Haben Sie sich schonmal gefragt, ob die regelmäßige Impfung Ihrer Katze wirklich nötig ist, insbesondere wenn sie keinen Freigang hat? Die eindeutige Antwort lautet: Ja! Denn viele Argumente sprechen dafür, Ihre Katze impfen zu lassen:

  • Eine Impfung bewahrt Ihre Katze im Falle einer Infektion vor schweren Krankheitsverläufen, die sogar tödlich enden können.
  • Viele Krankheitserreger sind in der Umwelt stabil und können von Herrchen und Frauchen mit der Kleidung oder den Schuhen in die Wohnung gebracht werden – so können sich auch reine Wohnungskatzen infizieren.  
  • Einige Infektionen sind zwischen Katzen und Menschen übertragbar. Die Impfung der Samtpfote gegen solche sogenannten Zoonosen schützt auch Sie und Ihre Familie.
  • Durch das Impfen der Katze tragen Sie aktiv zum Tierschutz bei und verhindern, dass sich ansteckende Krankheiten weiterverbreiten. Laut dem Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. müssen mindestens 70 Prozent aller Tiere einer Population geimpft sein, damit keine Epidemie entstehen kann.1
Katze beim Tierarzt - häufige Frage: Welche Impfung braucht Ihre Katze?
Katze beim Tierarzt - häufige Frage: Welche Impfung braucht Ihre Katze?

Müssen Sie Ihre Katze impfen lassen?

Eine Impfpflicht für Katzen besteht in Deutschland zwar nicht, dennoch gibt es Empfehlungen, an denen sich Halterinnen und Halter von Katzen orientieren können: Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) listet in Ihrer Leitlinie zur Impfung von Kleintieren Krankheiten auf, gegen die Katzen prinzipiell oder unter bestimmten Umständen geimpft werden sollten.

Impfungen bei Katzen: Katze erhält eine Impfung beim Tierarzt.

Gut zu wissen

Die StIKo Vet ist ein Expertengremium, das die Notwendigkeit einzelner Tierimpfungen auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse beurteilt. Der Leitspruch der StIKo Vet zur Impfung von Tieren lautet: „So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig.“

Impfung bei der Katze: Pflicht und Kür

Impfungen bei Katzen werden in sogenannte Core-Komponenten und Non-Core-Komponenten eingeteilt. Erstere umfassen die Infektionskrankheiten, gegen die jede Katze zu jeder Zeit geschützt sein sollte. Zweitere umfassen Erreger, gegen die der Schutz nur unter bestimmten Bedingungen oder in Ausnahmesituationen als notwendig erachtet wird. Zu beiden Gruppen gehören Infektionen, die sehr gefährlich für die Katze verlaufen können und unter Umständen auch auf Menschen übertragbar sind.2

Grafik: Impfampel für Katzen

 

Für die Gesundheit unerlässlich: Welche Core-Impfungen braucht die Katze?

  • Panleukopenie, oder auch Katzenseuche, ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung. Hinter der Infektion steckt das feline Parvovirus (FPV), auch felines Panleukopenievirus (FPLV) genannt. Apathie, Erbrechen und Durchfall sind charakteristische Krankheitszeichen – insbesondere junge, ungeschützte Kätzchen können daran sterben. Die StIKo Vet empfiehlt die Grundimmunisierung aller Katzen mit anschließenden Wiederholungsimpfungen in Intervallen von in der Regel drei Jahren.2 Möglich ist auch die jährliche Antikörpermessung und Wiederholungsimpfung nach Bedarf.3
  • Das feline Herpesvirus (HPV-1) gehört zu den Erregern des Katzenschnupfens. Trotz dieses eher harmlos anmutenden Namens ist diese Infektionskrankheit nicht mit einer menschlichen Erkältung zu vergleichen: Der Krankheitsausbruch kann zu lebensbedrohlichen Schäden bei der Samtpfote führen. Einmal infiziert bleibt die Katze außerdem oft lebenslang Träger des Virus. Die StIKo Vet rät zur Grundimmunisierung in den ersten beiden Lebensjahren und anschließenden Wiederholungsimpfungen spätestens alle drei Jahre, abhängig vom individuellen Risiko.2
  • Das feline Calicivirus (FCV) zählt auch zu den Erregern des Katzenschnupfens. Anders als HPV-1 ist das Virus dazu aber noch recht stabil in der Umwelt und sehr mutationsfreudig – schwere Krankheitsverläufe, die mit dem Tod der Katze enden, kommen immer wieder vor. Einen vollständigen Schutz gegen alle Varianten des Virus gibt es nicht. Dennoch sollte jede Katze so gut wie möglich gegen FCV geschützt sein. Wie beim felinen Herpesvirus empfiehlt die StIKo Vet die Grundimmunisierung sowie Wiederholungsimpfungen in Intervallen von bis zu drei Jahren.2

Unter Umständen sinnvoll: Was sind die Non-Core-Impfungen bei Katzen?

Tollwut (medizinisch ‚Rabies‘) beschreibt eine Infektion mit Lyssaviren. Die Ansteckung verläuft meist durch den Biss eines infizierten Tieres. Tollwut ist so gefährlich, dass gemäß gesetzlichen Vorgaben drastische Maßnahmen greifen: Beim Kontakt zu einem nachweislichen oder sogar nur mutmaßlich erkrankten Tier muss eine Katze eingeschläfert werden – es sei denn, sie ist gegen Tollwut geimpft. Die StIKo Vet empfiehlt die Impfung für Katzen, die grenzüberschreitend reisen.2 Manche Länder verlangen über eine gültige Impfung hinaus zusätzlich den Nachweis eines Mindest-Antikörper-Titers.

Das feline Leukämievirus (FeLV) kann Krebserkrankungen wie Leukämie oder Tumore verursachen. Außerdem schwächt der Erreger das Immunsystem der Katze, wodurch viele Folgeerkrankungen entstehen können. Die StIKo Vet rät zur Impfung bei Katzen mit Freigang und mit viel Kontakt zu Artgenossen. Allerdings ist die FeLV-Impfung nur sinnvoll, wenn die Katze noch nicht infiziert ist: FeLV kann nämlich unbemerkt im Körper der Katze vorhanden sein, ohne dass ein Krankheitsausbruch vorliegt. Hier kann die Impfung nicht mehr schützen.2
 

Feline infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine vom felinen Coronavirus (FCoV) verursachte Infektion, die eine tödliche Bauchfellentzündung nach sich ziehen kann. Die Katze steckt sich beim Kontakt mit kranken Artgenossen oder mit Viren an, die auf Gegenständen haften. Häufig infizieren sich Katzenwelpen schon sehr früh bei ihrer Mutter oder anderen Kontaktkatzen, sodass eine Impfung oft zu spät kommt. Die vorhandene Impfung kann nur Katzen schützen, die noch keine Corona-Träger sind. Ein Trost: Nur ein kleiner Teil der infizierten Kätzchen erkrankt. Erst eine Mutation des Felinen Coronavirus führt zu einer symptomatischen Erkrankung, die vor allem bei hoher Viruslast, genetischer Veranlagung oder Immunschwäche der Katzen auftritt.2,3

Aktuelles aus der Forschung: Mittel gegen FIP
Da die feline infektiöse Peritonitis nach wie vor eine tödliche Krankheit für Katzen ist, wird intensiv an Medikamenten geforscht. In einer aktuellen Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München soll die Wirksamkeit von antiviralen Mitteln bei Katzen mit FIP untersucht werden. Katzenhalterinnen und -halter, deren Tiere die Voraussetzungen erfüllen, sind dazu aufgerufen, an der Studie teilzunehmen.

Hautpilze bei Katzen (bestimmte Dermatophyten, z. B. die Pilzart Microsporum canis) sind keine Seltenheit. Die Pilzsporen werden leicht von Tier zu Tier übertragen über Hautschuppen und Haare, Gegenstände wie Kämme und Decken, oder auch Parasiten wie Flöhe. So sind die Pilze vor allem in Haushalten mit vielen Katzen ein Problem. Die Impfung kann eine Infektion nicht verhindern, allerdings deren Ausprägung abschwächen – so können auch Katzen geimpft werden, die bereits erkrankt sind. Zusätzlich sollte die Katze in diesem Fall aber noch weitere Mittel gegen Pilze bekommen.2,3

Computergenerierte Aufnahme von Bakterien.

Achtung

Zu den Non-Core-Komponenten zählen auch Impfungen gegen die Bakterien Bordetella bronchiseptica und Chlamydophila felis. Beide Arten können am Katzenschnupfen beteiligt sein – aufgrund der Vielzahl an Erregern sprechen Fachleute auch vom ‚Katzenschnupfenkomplex‘. Die Impfungen gegen Chlamydien oder Bordetellen sollten bei Katzen durchgeführt werden, die viel Kontakt zu Artgenossen haben, z. B. in Tierheimen und Katzenpensionen oder auch in Haushalten mit vielen Katzen.2

Für eine starke Abwehr: Katzenwelpen werden mehrfach geimpft

Neugeborene Kätzchen nehmen beim Säugen Antikörper über die Muttermilch auf. Diese Antikörper schützen die Kleinen in den ersten Wochen nach ihrer Geburt gegen Infektionskrankheiten. Einige Wochen später lässt diese Schutzwirkung aber nach. Am besten sollten die Kleinen dann sofort durch Impfungen geschützt sein.2

Das Problem: Die mütterlichen Antikörper schwächen auch die Wirksamkeit von Impfungen und der exakte Zeitpunkt der nachlassenden Wirkung ist schwierig festzustellen. Die Lösung: In ihren ersten Lebenswochen werden die Jungkatzen mehrfach geimpft. Das Ziel ist, den richtigen Zeitpunkt zwischen dem Nachlassen der Schutzwirkung der mütterlichen Antikörper und einer potenziellen Infektion mit Krankheitserregern zu erwischen.2

Grafik: Impfempfehlung bei Kitten in den ersten beiden Lebensjahren.

 

Vorsicht Zoonosen!

Einige der Krankheiten, gegen die Katzen geimpft werden können, sind Zoonosen. Das heißt, die Erreger können auch Menschen infizieren. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich die Tollwut. Aber auch bakterielle Erreger des Katzenschnupfens sowie einige Hautpilze können auf den Menschen übergehen.